Geschichte

Geschichtliche Taiji Informationen gibt es sehr viele, daher beschränke ich mich hier auf die Übertragung unserer Tradition.  Weitere Informationen findest Du auch direkt auf der Webseite von Patrick Kelly. (www.patrickkellytaiji.com).

Die Yang Tradition

Ausgehend von Yang Luchan

wurde die Kunst über Yang Banhou, und

Yang Chenfu,          

Zheng Manqing  (auch Chen Man Ching)

zu Master  Huang Xiang Xien 

und schliesslich zu Patrick Kelly

Jeder der genannten Namen war innerer Schüler des vorherigen Meisters. Diese lückenlose Übermittlung ist wichtig, soll es sich um ein authentisches inneres Taiji handeln.

Innere Schüler

In frühen Zeiten wurde Taiji sowohl als effiziente Kampfform geübt wie auch zur inneren Entwicklung. Diese Fertigkeiten wurden aus mehreren Gründen streng gehütet und über lange Zeit nur an Familienmitglieder weitergegeben. Man erkannte jedoch, dass die Kunst aussterben würde, wenn man diese Geheimnisse nur im kleinen Familienkreis weitergibt.

So haben sich die Meister aus den loyalsten und begabtesten Schülern jeweils einige ausgesucht, die sie in den engen Kreis der Familie eingeschlossen haben. Manchmal waren es kaum eine Handvoll Schüler, die so aufgenommen wurden und welchen die Ehre des «inneren Schülers» zukam.

Diese Adepten wurden in einer offiziellen Zeremonie – meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Familientraditions Linie aufgenommen. Fortan wurden Ihnen, nicht wie den tausenden «äusseren Schülern», welchen meistens nur äussere Bewegungen gelernt wurden, die wirkliche esoterische innere Schulung zuteil. Dafür übernahm dieser Lernende, dem Meister gegenüber ebenfalls Pflichten, wie es auch in der Familie üblich ist.

Patrick Kelly

Patrick Kelly – der einzige westliche innere Schüler von Master Huang erzählte, dass er, nach der Aufnahme in diesen inneren Kreis, das Taiji von Grund auf neu lernen musste.

Das Wissen, wie «Yi» – der Mind – in Bezug auf den Körper gebraucht wird und wie diese Beziehung in verschiedenen Timings angewendet wird, war eine der wichtigsten Änderungen. Ohne dieses Wissen, bleibt Taiji eine körperliche Ertüchtigung, kaum anders, als andere Fitnessübungen.

Über Jahre schrieb Patrick Kelly noch das kleinste Detail, welches ihm gelernt wurde, auf. Dazu ist wichtig zu wissen, dass die chinesische Unterrichtsform so ist, dass der Lehrer die wichtigen Informationen, jedem einzelnen Schüler stufengerecht weitergibt. Je nach Entwicklungsstand des Schülers, seinem Einsatz und dem bisher erzielten Verständnis wurden die Instruktionen, wie zufällig dem Schüler mitgeteilt, zum Teil nur ein einziges Mal. Eine wirkliche Methode konnte man daraus kaum erkennen.

Patrick Kelly, Mathematiker, setzte dann die einzelnen Mosaiksteine so zusammen, dass er daraus eine Unterrichtsmethode schaffen konnte, die es ihm später erlaubte, die tiefen Geheimnisse einer grösseren Gruppe an Studierenden weiterzugeben.

Er ist der erste innere Schüler der Yang Traditionslinie, der sein Wissen uneingeschränkt weitergibt, weil er überzeugt ist, dass die strenge Schulung selber die Interessierten so sortiert, dass nur die Fähigsten über Jahre hinweg weitermachen. Seine Art zu unterrichten ist sehr streng, so lässt er z.B. keinen Anfänger beginnen, wenn der nicht bereit ist, zwei- bis dreimal pro Woche zum Unterricht zu kommen. Nur dann kann sich, ihm zufolge der Tiefengeist genügend stärken, um Kontrolle des oberflächlichen Geistes zu erlangen.

Wie ich schon bei der Meditation beschrieben habe, sind die tieferen Schichten des Geistes nur schrittweise zu erlangen. Es ist nicht möglich vom alltäglichen Bewusstsein, dem «superficial mind» resp. dem «oberflächliche Geist» den «Deepmind» zu erreichen. Um die genannte innere Entwicklung machen zu können ist ein regelmässiges Üben unerlässlich.

Patrick Kelly spricht von 7, 14 und 21 Jahresplänen, wenn er jemanden zu unterrichten beginnt. Schnelle Erfolge sind auf diesem Weg nicht möglich. Es braucht grossen Einsatz sowohl vom Lehrer wie auch beim Lernenden.

Macht sich jedoch Einer auf diesen Weg, wird er schon bald beginnen, den Körper auf neue Art zu empfinden. Seine Emotionen werden ausgeglichener und das ganze Wesen beginnt sich zu verändern. —

Wie bei allen Kampfkünsten gilt im Taiji besonders, dass der Weg das Ziel  ist.